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07-2012

Die Tongrube kommt unter den Abfällen zum Vorschein

Die Aushubarbeiten sind seit ihrem Wiederbeginn im Mai 2011 gut vorangekommen. Von den insgesamt 134‘000 Tonnen zu verbrennenden Materialien, wovon 114‘000 Tonnen Industrieabfälle sind, wurden bisher 55‘000 Tonnen ausgehoben. Die für einen Ernstfall vorgesehenen Massnahmen kamen nicht zur Anwendung. Die zusätzlichen Vorkehrungen, mit denen das Sicherheitskonzept nach der Explosion vom Juli 2010 ergänzt wurde, trugen jedoch zu einer sicheren Arbeitsweise bei.

„Die Fortschritte der Sanierungsarbeiten sind sehr zufriedenstellend“, konstatiert Rémi Luttenbacher, Gesamtprojektleiter bci Betriebs-AG. Seit Herbst 2011 erreicht das Team vor Ort regelmässig das wöchentliche Ziel von 800 Tonnen Abfälle, die ausgehoben, vorbereitet und von der Deponie abtransportiert werden. Nach der Prüfung aller Dokumente, Prozesse und Risikoanalysen hat die kantonale Behörde im Mai 2012 die definitive Betriebsbewilligung erteilt.

Die Achtsamkeit hat jedoch keineswegs nachgelassen. Der stetige Informationsfluss, die Häufigkeit der Sitzungen sowie die internen und behördlichen Überwachungsmessungen bleiben auf hohem Niveau bestehen. Während des Aushubs der Abfälle und bei dem Durchlaufen des Schredders können zeitweise kleine chemische Reaktionen auftreten. Diese können beispielsweise zu einer lokalen Rauchentwicklung führen, haben aber keine besonderen Auswirkungen. Die Mitarbeiter sind geschult, solche chemischen Reaktionen zu stoppen oder zu begrenzen, und die Sicherheitsexperten sowie die Behörden werden über allfällige Ereignisse informiert.

Das Wasser, welches sich im Deponiekörper unter dem Niveau der Drainage-Leitungen sammelt, wird regelmässig abgepumpt. Es wird entweder in der Abwasserreinigungsanlage der Deponie behandelt oder wie ursprünglich vorgesehen nach Basel transportiert, wo es in einer industriellen Abwasserreinigungsanlage behandelt wird.

Der Deponiesaum ist erreicht
„An vielen Orten haben wir den Deponiesaum erreicht“, erklärt Rémi Luttenbacher, Gesamtprojektleiter bci Betriebs-AG. Der Saum wird nach und nach mit einem ferngesteuerten Bagger gereinigt. Dieser entfernt die übrigen Abfälle sowie einige Zentimeter Ton, um den natürlichen Boden freizulegen. „An den Orten, wo wir den Grund bereits gereinigt haben, fanden wir eine gute Lehmqualität vor, die auf eine hervorragende Dichtigkeit hindeutet", so Rémi Luttenbacher weiter.

Eine optische Kontrolle garantiert bei den gereinigten Oberflächen, dass der bestehende Naturboden erreicht worden ist. Dieser Boden wurde für die Nutzung der Mülldeponie nicht bearbeitet und weist die für Bonfol typische bunte Lehmstruktur auf, im Gegensatz zum bearbeiteten, einfarbigen Lehm des Deponiedeckels.

Eine erneute Kontaminierung vermeiden
Je nach Resultat der Analysen von Bodenproben, ist vorgesehen, dass der Lehm bei Bedarf weiter abgetragen wird, bis die von den Behörden festgelegten Sanierungsziele erreicht sind. Es ist eine delikate Aufgabe, diesen Prozess parallel zum Aushub der chemischen Abfälle auszuführen. Die bci Betriebs-AG und Ihre Sanierungspartner wollen verhindern, dass der bereits gereinigte Lehmboden durch Abfälle, die in der Nähe ausgehoben werden, oder durch verunreinigtes Wasser erneut kontaminiert wird. Sie haben deshalb entschieden, einen genügend grossen Abstand zwischen der Aushubfront und dem zu reinigenden Bereich zu lassen. Für gewisse Zonen wird die endgültige Reinigung erst nach der Verschiebung der Aushubhalle stattfinden können.


Ende der ersten Etappe für Anfang 2013 geplant
Die Aushubhalle bedeckt zur Zeit 60 Prozent der Deponie auf der Südseite. Sie wurde entworfen, um die Sanierung in zwei Etappen und in aller Sicherheit durchführen zu können. Sobald die erste Sanierungsetappe abgeschlossen ist, wird die Halle auf Gleitschienen auf die Nordseite der Deponie gezogen. Dieser Vorgang ist für das Frühjahr 2013 geplant. Der Verschub der Halle erfordert die Öffnung der Fassaden im unteren Bereich und die Entkopplung gewisser Kabel und technischer Anschlüsse.

Folglich kann der in der Halle bestehende Unterdruck während der Verschiebung nicht mehr aufrecht erhalten werden. Von diesem Zeitpunkt an wird die bci Betriebs-AG nachweisen müssen, dass die Sicherheit von Mensch und Umwelt trotzdem jederzeit gerwährleistet bleibt. Die Überwachung der Luftqualität auf der Deponie und im Umkreis wird darum während dieser Zeit verstärkt.

Es werden zudem spezielle Schutzmassnahmen getroffen, um eine mögliche Freisetzung flüchtiger Substanzen zu verhindern. Die Abfallfront wird mit Planen abgedeckt. Es ist jedoch möglich, dass der bereits gereinigte Boden oder die Innenwände der Aushubhalle, die mit dem Geruch der Deponie imprägniert sind, unangenehm riechen. Die Erfahrung zeigt, dass Maschinen, die in der Aushubhalle eingesetzt wurden, auch dann noch stark riechen, wenn sie nach allen Regeln der Kunst gereinigt wurden. Es besteht jedoch keine Gefahr für Mensch und Umwelt durch diese Gerüche. Die bci Betriebs-AG ist in Kontakt mit Experten, um Wege zu finden, wie mögliche Unannehmlichkeiten für die Mitarbeiter auf dem Deponieareal und in der Umgebung reduziert werden können.

Es wird rund drei Monate dauern, um den Verschub Aushubhalle vorzubereiten, durchzuführen und in der Folge die technischen Einrichtungen wieder zu installieren und zu testen. Während dieser Zeit wird kein Abfallaushub stattfinden. Das Regenwasser, welches sich während des Hallenverschubs auf den Flächen der ersten Etappe ansammelt, wird gefasst, analysiert und, wenn nötig, in der Abwasserreinigungsanlage des Areals aufbereitet. Die zweite Sanierungsetappe startet im Sommers 2013, der Aushub der Sonderabfälle auf der Nordseite wird rund zwei Jahre dauern.

Galerie
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Die Tongrube kommt unter den Abfällen zum Vorschein

Die Aushubarbeiten sind seit ihrem Wiederbeginn im Mai 2011 gut vorangekommen. Von den insgesamt 134‘000 Tonnen zu verbrennenden Materialien, wovon 114‘000 Tonnen Industrieabfälle sind, wurden bisher 55‘000 Tonnen ausgehoben. Die für einen Ernstfall vorgesehenen Massnahmen kamen nicht zur Anwendung. Die zusätzlichen Vorkehrungen, mit denen das Sicherheitskonzept nach der Explosion vom Juli 2010 ergänzt wurde, trugen jedoch zu einer sicheren Arbeitsweise bei.

„Die Fortschritte der Sanierungsarbeiten sind sehr zufriedenstellend“, konstatiert Rémi Luttenbacher, Gesamtprojektleiter bci Betriebs-AG. Seit Herbst 2011 erreicht das Team vor Ort regelmässig das wöchentliche Ziel von 800 Tonnen Abfälle, die ausgehoben, vorbereitet und von der Deponie abtransportiert werden. Nach der Prüfung aller Dokumente, Prozesse und Risikoanalysen hat die kantonale Behörde im Mai 2012 die definitive Betriebsbewilligung erteilt.

Die Achtsamkeit hat jedoch keineswegs nachgelassen. Der stetige Informationsfluss, die Häufigkeit der Sitzungen sowie die internen und behördlichen Überwachungsmessungen bleiben auf hohem Niveau bestehen. Während des Aushubs der Abfälle und bei dem Durchlaufen des Schredders können zeitweise kleine chemische Reaktionen auftreten. Diese können beispielsweise zu einer lokalen Rauchentwicklung führen, haben aber keine besonderen Auswirkungen. Die Mitarbeiter sind geschult, solche chemischen Reaktionen zu stoppen oder zu begrenzen, und die Sicherheitsexperten sowie die Behörden werden über allfällige Ereignisse informiert.

Das Wasser, welches sich im Deponiekörper unter dem Niveau der Drainage-Leitungen sammelt, wird regelmässig abgepumpt. Es wird entweder in der Abwasserreinigungsanlage der Deponie behandelt oder wie ursprünglich vorgesehen nach Basel transportiert, wo es in einer industriellen Abwasserreinigungsanlage behandelt wird.

Der Deponiesaum ist erreicht
„An vielen Orten haben wir den Deponiesaum erreicht“, erklärt Rémi Luttenbacher, Gesamtprojektleiter bci Betriebs-AG. Der Saum wird nach und nach mit einem ferngesteuerten Bagger gereinigt. Dieser entfernt die übrigen Abfälle sowie einige Zentimeter Ton, um den natürlichen Boden freizulegen. „An den Orten, wo wir den Grund bereits gereinigt haben, fanden wir eine gute Lehmqualität vor, die auf eine hervorragende Dichtigkeit hindeutet", so Rémi Luttenbacher weiter.

Eine optische Kontrolle garantiert bei den gereinigten Oberflächen, dass der bestehende Naturboden erreicht worden ist. Dieser Boden wurde für die Nutzung der Mülldeponie nicht bearbeitet und weist die für Bonfol typische bunte Lehmstruktur auf, im Gegensatz zum bearbeiteten, einfarbigen Lehm des Deponiedeckels.

Eine erneute Kontaminierung vermeiden
Je nach Resultat der Analysen von Bodenproben, ist vorgesehen, dass der Lehm bei Bedarf weiter abgetragen wird, bis die von den Behörden festgelegten Sanierungsziele erreicht sind. Es ist eine delikate Aufgabe, diesen Prozess parallel zum Aushub der chemischen Abfälle auszuführen. Die bci Betriebs-AG und Ihre Sanierungspartner wollen verhindern, dass der bereits gereinigte Lehmboden durch Abfälle, die in der Nähe ausgehoben werden, oder durch verunreinigtes Wasser erneut kontaminiert wird. Sie haben deshalb entschieden, einen genügend grossen Abstand zwischen der Aushubfront und dem zu reinigenden Bereich zu lassen. Für gewisse Zonen wird die endgültige Reinigung erst nach der Verschiebung der Aushubhalle stattfinden können.


Ende der ersten Etappe für Anfang 2013 geplant
Die Aushubhalle bedeckt zur Zeit 60 Prozent der Deponie auf der Südseite. Sie wurde entworfen, um die Sanierung in zwei Etappen und in aller Sicherheit durchführen zu können. Sobald die erste Sanierungsetappe abgeschlossen ist, wird die Halle auf Gleitschienen auf die Nordseite der Deponie gezogen. Dieser Vorgang ist für das Frühjahr 2013 geplant. Der Verschub der Halle erfordert die Öffnung der Fassaden im unteren Bereich und die Entkopplung gewisser Kabel und technischer Anschlüsse.

Folglich kann der in der Halle bestehende Unterdruck während der Verschiebung nicht mehr aufrecht erhalten werden. Von diesem Zeitpunkt an wird die bci Betriebs-AG nachweisen müssen, dass die Sicherheit von Mensch und Umwelt trotzdem jederzeit gerwährleistet bleibt. Die Überwachung der Luftqualität auf der Deponie und im Umkreis wird darum während dieser Zeit verstärkt.

Es werden zudem spezielle Schutzmassnahmen getroffen, um eine mögliche Freisetzung flüchtiger Substanzen zu verhindern. Die Abfallfront wird mit Planen abgedeckt. Es ist jedoch möglich, dass der bereits gereinigte Boden oder die Innenwände der Aushubhalle, die mit dem Geruch der Deponie imprägniert sind, unangenehm riechen. Die Erfahrung zeigt, dass Maschinen, die in der Aushubhalle eingesetzt wurden, auch dann noch stark riechen, wenn sie nach allen Regeln der Kunst gereinigt wurden. Es besteht jedoch keine Gefahr für Mensch und Umwelt durch diese Gerüche. Die bci Betriebs-AG ist in Kontakt mit Experten, um Wege zu finden, wie mögliche Unannehmlichkeiten für die Mitarbeiter auf dem Deponieareal und in der Umgebung reduziert werden können.

Es wird rund drei Monate dauern, um den Verschub Aushubhalle vorzubereiten, durchzuführen und in der Folge die technischen Einrichtungen wieder zu installieren und zu testen. Während dieser Zeit wird kein Abfallaushub stattfinden. Das Regenwasser, welches sich während des Hallenverschubs auf den Flächen der ersten Etappe ansammelt, wird gefasst, analysiert und, wenn nötig, in der Abwasserreinigungsanlage des Areals aufbereitet. Die zweite Sanierungsetappe startet im Sommers 2013, der Aushub der Sonderabfälle auf der Nordseite wird rund zwei Jahre dauern.



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