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06-2011

Es geht vorwärts mit der Sanierung – sicher und verantwortungsvoll

„Wir fühlen uns hier sicher“
Nach der lokalen Explosion im letzten Jahr hat die bci Betriebs-AG zusammen mit Mitarbeitenden und externen Fachleuten zusätzliche Sicherheitsmassnahmen erarbeitet und umgesetzt. Seit Mai 2011 werden wieder Abfälle ausgehoben und vorbereitet. Die Mitarbeitenden kennen die Risiken und vertrauen dabei auf die zahlreichen Sicherheitsmassnahmen, die Überwachung ihrer Gesundheit und auf ihre eigenen Fähigkeiten.

Claudio Wächter mag Fahrzeuge. Der 22-Jährige hat Automonteur gelernt und hält privat vier ältere japanische Wagen in Schuss. Seit dem Frühjahr 2010 arbeitet er in Bonfol für die Chiresa AG, die für den Sanierungspartner HIM die Vorbereitung der Abfälle übernimmt: „Ich führe gerne die Fahrzeuge in der Vorbereitungshalle, egal ob den Bagger, den Radlader oder den Containertransporter. Wir sind uns der Risiken durch die Abfälle bewusst, aber Angst habe ich nicht.“ Hat sich für ihn etwas nach der Explosion geändert? „Mit den ganzen Massnahmen, dem Shredder und den verstärkten Panzerglasscheiben für die Baumaschinen fühle ich mich sicher.“

Karl Mosimann ist Betriebsleiter für den Deponierückbau bei Chiresa. Er ist stolz darauf, dass er und andere Arbeiter vor Ort ihr Fachwissen und ihre Meinung bei der Ausarbeitung der neuen Massnahmen einbringen konnten. So wurde gemeinsam der chemische Schnelltest entwickelt, der es möglich macht, Chlorate und ähnliche Substanzen nachzuweisen. Mittels eines neu eingeführten Fallhammertests kann auch die Schlagempfindlichkeit von Abfällen getestet werden. „Seit Wiederbeginn der Arbeiten haben wir rund 14‘000 Tonnen Abfälle vorbereitet, und die neuen Analysen haben keine Auffälligkeiten gezeigt“, erklärt Mosimann.

Erfahrung und Verantwortung
Der Arbeitsplatz von Karl Mosimann ist in der Leitwarte. Auf Monitoren kann er seine Arbeiter beaufsichtigen, die in Fahrzeugen oder im Schutzanzug in der Vorbereitungshalle arbeiten. Per Funkgerät kann er mit jedem sprechen. Er koordiniert mit Überblick und grosser Erfahrung die Arbeiten und schickt die Leute nach Ende der Einsatzdauer in die Pause. „Für die Leute in der Halle ist es wichtig zu wissen, dass wir sie immer im Auge haben.“ Wer aus der Dekontaminationsschleuse kommt, zieht den Anzug aus, duscht erst einmal und hat dann eine Stunde Pause. Danach übernimmt er andere Arbeiten. „Belastungswechsel und Pausen nach der anstrengenden Arbeit im Schutzanzug machen die Arbeit angenehmer und helfen, aufmerksam zu bleiben“, erklärt Mosimann. „Wir vertrauen auf unsere Fähigkeiten und die unserer Kollegen. Dieses Vertrauen zeigt sich darin, dass die Besetzung der Chiresa in Bonfol immer noch dieselbe ist wie vor der Explosion.“

Neben den hohen Sicherheitsstandards und der klaren, erprobten Organisation der Arbeitsabläufe tragen auch die regelmässigen Messungen zur Sicherheit der Mitarbeitenden bei. Die Arbeitshygienikerin Chantal Leuenberger misst in den Hallen, in den Schutzanzügen und in anderen Bereichen die chemische Belastung in der Luft oder auf Oberflächen, sowie im Inneren der Schutzanzüge. „In der Pilotphase seit vergangenem Mai habe ich regelmässig Messungen durchgeführt“, erklärt Leuenberger. „Ergebnis ist, dass trotz des Shredders die Schadstoffbelastung in der Aushubhalle nur minimal zugenommen hat. Ausserhalb der Hallen hat sich nichts geändert.“

Gesundheitscheck für die Mitarbeitenden
Um die Arbeiter vor den gefährlichen Substanzen zu schützen, arbeiten Chantal Leuenberger und Arbeitsmediziner Dr. Stefan Jeggli eng zusammen. So werden am Tag der Umgebungsluftmessungen auch Blut- und Urinproben der Mitarbeiter genommen und vertrauliche Vier-Augen-Gespräche geführt. „Wir können jetzt genauer nachvollziehen, welche Einflüsse der Umgebungsluftqualität für die Gesundheit der Mitarbeitenden relevant sind. Denn“, so fügt Leuenberger hinzu, „mit unterschiedlichen Abfallchargen können auch die Substanzen in der Atmosphäre der Hallen ändern.“

„Wir machen manchmal richtige Detektivarbeit“, ergänzt Arbeitsmediziner Stefan Jeggli: „Wenn wir feststellen, dass sich bei einem Mitarbeiter ein Messwert verändert, sprechen wir mit ihm, um die Gründe dafür herauszufinden. Wurde zum Beispiel eine Arbeitsanweisung nicht genau beachtet? Gab es Probleme mit der Schutzausrüstung? Oder lässt sich ein Wert vielleicht durch privates Handeln erklären?“.

Gemeinsam werden dann Ursachen und Lösungen gesucht, immer unter Berücksichtigung des Datenschutzes. Es gilt festzustellen, ob zum Beispiel Anpassungen der persönlichen Schutzausrüstung sinnvoll sind oder ob es weitere Schulungen braucht. Auch eine technische Veränderung, beispielsweise eine stärkere Ventilation an bestimmten Orten in der Halle kann eine Massnahme sein. „Bislang waren nur geringe Veränderungen notwendig, unser Programm erfüllt bis anhin die Anforderungen gut. Die Arbeiter schätzen die Bestätigung von uns Externen, dass sie gesund sind“, fügt Dr. Jeggli hinzu.

Bewusstsein für die Risiken
Vertrauen in das umfassende Konzept für Sicherheit und Gesundheit hat auch Michel Momet, ein erfahrener Kran- und Maschinenführer. Der Franzose aus Seloncourt arbeitet seit April 2011 beim Groupement DIB in Bonfol. Da waren die Arbeiten wegen der Explosion noch unterbrochen. Seitdem trägt er mit dem ferngesteuerten Bagger den Deponiedeckel ab, beschickt mit demselben Gerät den Shredder, hebt mittels Kran-Greifer Abfälle aus und führt für technische Unterhaltsarbeiten in der Halle aus. Gibt ihm die Explosion nicht zu denken? „Wir haben viele technische Massnahmen, klare Arbeitsanweisungen und wurden gründlich geschult. Ich fühle mich in Sicherheit, sonst wäre ich nicht hier“, erklärt Momet. Ebenso wichtig ist für ihn aber auch die vertrauensvolle Zusammenarbeit.

„Hier auf der Baustelle wissen wir, dass wir uns aufeinander verlassen können“, urteilt auch Claudio Wächter. Er ist überzeugt: „Wir haben ein ausgeprägtes Bewusstsein für die Risiken. Deswegen arbeiten wir hier wahrscheinlich gesünder als ein Automonteur, der manchmal nachlässig mit Nitroverdünner umgeht.“


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Nach der lokalen Explosion im letzten Jahr hat die bci Betriebs-AG zusammen mit Mitarbeitenden und externen Fachleuten zusätzliche Sicherheitsmassnahmen erarbeitet und umgesetzt. Seit Mai 2011 werden wieder Abfälle ausgehoben und vorbereitet. Die Mitarbeitenden kennen die Risiken und vertrauen dabei auf die zahlreichen Sicherheitsmassnahmen, die Überwachung ihrer Gesundheit und auf ihre eigenen Fähigkeiten.

Claudio Wächter mag Fahrzeuge. Der 22-Jährige hat Automonteur gelernt und hält privat vier ältere japanische Wagen in Schuss. Seit dem Frühjahr 2010 arbeitet er in Bonfol für die Chiresa AG, die für den Sanierungspartner HIM die Vorbereitung der Abfälle übernimmt: „Ich führe gerne die Fahrzeuge in der Vorbereitungshalle, egal ob den Bagger, den Radlader oder den Containertransporter. Wir sind uns der Risiken durch die Abfälle bewusst, aber Angst habe ich nicht.“ Hat sich für ihn etwas nach der Explosion geändert? „Mit den ganzen Massnahmen, dem Shredder und den verstärkten Panzerglasscheiben für die Baumaschinen fühle ich mich sicher.“

Karl Mosimann ist Betriebsleiter für den Deponierückbau bei Chiresa. Er ist stolz darauf, dass er und andere Arbeiter vor Ort ihr Fachwissen und ihre Meinung bei der Ausarbeitung der neuen Massnahmen einbringen konnten. So wurde gemeinsam der chemische Schnelltest entwickelt, der es möglich macht, Chlorate und ähnliche Substanzen nachzuweisen. Mittels eines neu eingeführten Fallhammertests kann auch die Schlagempfindlichkeit von Abfällen getestet werden. „Seit Wiederbeginn der Arbeiten haben wir rund 14‘000 Tonnen Abfälle vorbereitet, und die neuen Analysen haben keine Auffälligkeiten gezeigt“, erklärt Mosimann.

Erfahrung und Verantwortung
Der Arbeitsplatz von Karl Mosimann ist in der Leitwarte. Auf Monitoren kann er seine Arbeiter beaufsichtigen, die in Fahrzeugen oder im Schutzanzug in der Vorbereitungshalle arbeiten. Per Funkgerät kann er mit jedem sprechen. Er koordiniert mit Überblick und grosser Erfahrung die Arbeiten und schickt die Leute nach Ende der Einsatzdauer in die Pause. „Für die Leute in der Halle ist es wichtig zu wissen, dass wir sie immer im Auge haben.“ Wer aus der Dekontaminationsschleuse kommt, zieht den Anzug aus, duscht erst einmal und hat dann eine Stunde Pause. Danach übernimmt er andere Arbeiten. „Belastungswechsel und Pausen nach der anstrengenden Arbeit im Schutzanzug machen die Arbeit angenehmer und helfen, aufmerksam zu bleiben“, erklärt Mosimann. „Wir vertrauen auf unsere Fähigkeiten und die unserer Kollegen. Dieses Vertrauen zeigt sich darin, dass die Besetzung der Chiresa in Bonfol immer noch dieselbe ist wie vor der Explosion.“

Neben den hohen Sicherheitsstandards und der klaren, erprobten Organisation der Arbeitsabläufe tragen auch die regelmässigen Messungen zur Sicherheit der Mitarbeitenden bei. Die Arbeitshygienikerin Chantal Leuenberger misst in den Hallen, in den Schutzanzügen und in anderen Bereichen die chemische Belastung in der Luft oder auf Oberflächen, sowie im Inneren der Schutzanzüge. „In der Pilotphase seit vergangenem Mai habe ich regelmässig Messungen durchgeführt“, erklärt Leuenberger. „Ergebnis ist, dass trotz des Shredders die Schadstoffbelastung in der Aushubhalle nur minimal zugenommen hat. Ausserhalb der Hallen hat sich nichts geändert.“

Gesundheitscheck für die Mitarbeitenden
Um die Arbeiter vor den gefährlichen Substanzen zu schützen, arbeiten Chantal Leuenberger und Arbeitsmediziner Dr. Stefan Jeggli eng zusammen. So werden am Tag der Umgebungsluftmessungen auch Blut- und Urinproben der Mitarbeiter genommen und vertrauliche Vier-Augen-Gespräche geführt. „Wir können jetzt genauer nachvollziehen, welche Einflüsse der Umgebungsluftqualität für die Gesundheit der Mitarbeitenden relevant sind. Denn“, so fügt Leuenberger hinzu, „mit unterschiedlichen Abfallchargen können auch die Substanzen in der Atmosphäre der Hallen ändern.“

„Wir machen manchmal richtige Detektivarbeit“, ergänzt Arbeitsmediziner Stefan Jeggli: „Wenn wir feststellen, dass sich bei einem Mitarbeiter ein Messwert verändert, sprechen wir mit ihm, um die Gründe dafür herauszufinden. Wurde zum Beispiel eine Arbeitsanweisung nicht genau beachtet? Gab es Probleme mit der Schutzausrüstung? Oder lässt sich ein Wert vielleicht durch privates Handeln erklären?“.

Gemeinsam werden dann Ursachen und Lösungen gesucht, immer unter Berücksichtigung des Datenschutzes. Es gilt festzustellen, ob zum Beispiel Anpassungen der persönlichen Schutzausrüstung sinnvoll sind oder ob es weitere Schulungen braucht. Auch eine technische Veränderung, beispielsweise eine stärkere Ventilation an bestimmten Orten in der Halle kann eine Massnahme sein. „Bislang waren nur geringe Veränderungen notwendig, unser Programm erfüllt bis anhin die Anforderungen gut. Die Arbeiter schätzen die Bestätigung von uns Externen, dass sie gesund sind“, fügt Dr. Jeggli hinzu.

Bewusstsein für die Risiken
Vertrauen in das umfassende Konzept für Sicherheit und Gesundheit hat auch Michel Momet, ein erfahrener Kran- und Maschinenführer. Der Franzose aus Seloncourt arbeitet seit April 2011 beim Groupement DIB in Bonfol. Da waren die Arbeiten wegen der Explosion noch unterbrochen. Seitdem trägt er mit dem ferngesteuerten Bagger den Deponiedeckel ab, beschickt mit demselben Gerät den Shredder, hebt mittels Kran-Greifer Abfälle aus und führt für technische Unterhaltsarbeiten in der Halle aus. Gibt ihm die Explosion nicht zu denken? „Wir haben viele technische Massnahmen, klare Arbeitsanweisungen und wurden gründlich geschult. Ich fühle mich in Sicherheit, sonst wäre ich nicht hier“, erklärt Momet. Ebenso wichtig ist für ihn aber auch die vertrauensvolle Zusammenarbeit.

„Hier auf der Baustelle wissen wir, dass wir uns aufeinander verlassen können“, urteilt auch Claudio Wächter. Er ist überzeugt: „Wir haben ein ausgeprägtes Bewusstsein für die Risiken. Deswegen arbeiten wir hier wahrscheinlich gesünder als ein Automonteur, der manchmal nachlässig mit Nitroverdünner umgeht.“




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