Newsletter

12-2018

Abschied vom Newsletter

Es waren intensive Sanierungsjahre auf der Sondermülldeponie Bonfol. Regelmässig berichtete die bci Betriebs-AG unter anderem mittels Newsletter über die Fortschritte – aber auch über Probleme. Mit dem Ende der Sanierung wird der Newsletter in der bisherigen Form nicht mehr erscheinen. Franziska Ritter, Verwaltungsratspräsidentin der bci Betriebs-AG, und Geschäftsführer Michael Fischer erklären, welchen Stellenwert die Kommunikation in diesem komplexen Projekt hatte.

Die Sanierung der Sondermülldeponie ist mit der Wiederverfüllung im Norden beendet. Wird die bci Betriebs-AG nun auch ihre Kommunikation beenden?

Franziska Ritter: Selbst wenn wir nach dem Rückbau der grossen Aushubhalle nicht mehr so aktiv sind wie bisher, ist es besonders für die umliegenden Gemeinden und deren Bewohner wichtig zu wissen, was hier noch läuft. Dafür braucht es auch einen Ansprechpartner vor Ort.

Michael Fischer: Es ist für mich ganz klar, dass die bci Betriebs-AG weiter kommunizieren wird. Als Kommunikationskanal werden wir nach wie vor unsere Website www.bci-info.ch nutzen, beispielsweise um die Ergebnisse der Grundwasseranalysen zu publizieren. Auch werden wir online regelmässig über Neuigkeiten informieren. Den Newsletter in der gedruckten Form wird es künftig aber nicht mehr geben.

Warum nicht?

Fischer: Der Newsletter hatte die Aufgabe, die Sanierung der Deponie zu begleiten. Mit dem Ende des Hallenrückbaus wird diese Phase zu einem grossen Teil abgeschlossen sein.
Ritter: Mit dieser letzten Ausgabe wollen wir auch ein Signal setzen: Die Ära der Sondermülldeponie ist beendet. Nun beginnt hier etwas Neues.

Sie haben seit 2008 zwölf hochwertige Newsletter produziert. Hat sich der Aufwand gelohnt?

Ritter: Auf jeden Fall. Mit dem Newsletter haben wir uns dazu verpflichtet, offen und detailliert zu kommunizieren. Das förderte das Vertrauen in unsere Arbeit. Worüber wir im Newsletter Schwarz auf Weiss berichtet haben, daran wurden wir gemessen.

Fischer: Unser Ziel war, regelmässig über das Sanierungsprojekt zu berichten. Dieses Ziel haben wir erreicht. Allerdings nur, weil der Newsletter Teil eines Gesamtpakets war. In diesem Paket gab es weitere wichtige Kommunikationsaktivitäten, vor allem den direkten Austausch mit den involvierten Behörden, Gemeindevertretern und Interessensgruppen, kostenlose Besuche auf dem Areal sowie die Gespräche mit der Commission d’information. Dieses Gesamtpaket war entscheidend für den Erfolg unserer Kommunikation.

Wie kam der Newsletter bei Ihren Leserinnen und Lesern an?

Fischer: Ich persönlich habe nicht viele Rückmeldungen erhalten, diese aber waren durchweg positiv. Wenn Besucher zu uns auf die Baustelle kamen, wollten sie immer den Newsletter haben, um etwas Greifbares auf Papier mitnehmen zu können.

Ritter: Wir haben in jeder Ausgabe Menschen zu Wort kommen lassen, die in dieses Projekt eingebunden waren, seien es die Mitarbeiter vor Ort oder die Menschen aus den umliegenden Gemeinden, Behördenvertreter und viele mehr. All diese Leute konnten sich im Newsletter wiederfinden. Das kam gut an.

Neben dem Newsletter: Wie beurteilen Sie rückblickend die Kommunikation in diesem Sanierungsprojekt?

Ritter: Die Sanierung der Sondermülldeponie in Bonfol ist ein hochkomplexes Projekt gewesen, bei dem innovative Lösungen zum Einsatz kamen. Sie alleine hätten aber nicht zum erfolgreichen Abschluss geführt. Die offene und respektvolle Kommunikation mit den vielen verschiedenen Anspruchsgruppen war ebenso wichtig.

Fischer: Als wir vor 17 Jahren das Projekt starteten, war das Vertrauen in die chemisch-pharmazeutische Industrie gering. Dies änderte sich, als wir vor Ort – für alle sichtbar – mit dem Bau der Infrastruktur und schliesslich mit der Sanierung begannen. Dies schuf eine Vertrauensbasis, was die Kommunikation mit den verschiedenen Bezugsgruppen erleichterte.
Ritter: Es brauchte dazu aber auch geeignete Führungspersonen und Kommunikatoren, die authentisch waren und denen man Vertrauen schenken konnte. Unsere Kommunikation erfolgte regelmässig und in einem hohen Detaillierungsgrad. Das hat sich bewährt.

Was hätten Sie bei der Kommunikation noch besser machen können?

Ritter: Es hat sich gezeigt, dass die Kommunikation ebenso wichtig ist wie die technische Umsetzung. Das haben wir am Anfang unterschätzt, indem wir uns zu sehr auf die Lösungen fokussiert haben und nicht darauf, wie wir die involvierten Anspruchsgruppen ins gleiche Boot holen können.

Fischer: Unsere Rolle war, die vielen technischen Berichte unserer Partnerfirmen in eine verständliche und doch präzise Sprache zu übersetzen. Das war zwar zeitintensiv, aber enorm wichtig. Und im Ergebnis waren die Anwohner, Besuchergruppen und Medienvertreter meist zufrieden.

Interview: Martin Huschke


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» Die Aushubhalle verschwindet wieder
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» Fotowettbewerb: Ihre schönsten Bilder von der Aushubhalle
» Infrastruktur: viele Etappen beim Rückbau

12-2018

Abschied vom Newsletter

Es waren intensive Sanierungsjahre auf der Sondermülldeponie Bonfol. Regelmässig berichtete die bci Betriebs-AG unter anderem mittels Newsletter über die Fortschritte – aber auch über Probleme. Mit dem Ende der Sanierung wird der Newsletter in der bisherigen Form nicht mehr erscheinen. Franziska Ritter, Verwaltungsratspräsidentin der bci Betriebs-AG, und Geschäftsführer Michael Fischer erklären, welchen Stellenwert die Kommunikation in diesem komplexen Projekt hatte.

Die Sanierung der Sondermülldeponie ist mit der Wiederverfüllung im Norden beendet. Wird die bci Betriebs-AG nun auch ihre Kommunikation beenden?

Franziska Ritter: Selbst wenn wir nach dem Rückbau der grossen Aushubhalle nicht mehr so aktiv sind wie bisher, ist es besonders für die umliegenden Gemeinden und deren Bewohner wichtig zu wissen, was hier noch läuft. Dafür braucht es auch einen Ansprechpartner vor Ort.

Michael Fischer: Es ist für mich ganz klar, dass die bci Betriebs-AG weiter kommunizieren wird. Als Kommunikationskanal werden wir nach wie vor unsere Website www.bci-info.ch nutzen, beispielsweise um die Ergebnisse der Grundwasseranalysen zu publizieren. Auch werden wir online regelmässig über Neuigkeiten informieren. Den Newsletter in der gedruckten Form wird es künftig aber nicht mehr geben.

Warum nicht?

Fischer: Der Newsletter hatte die Aufgabe, die Sanierung der Deponie zu begleiten. Mit dem Ende des Hallenrückbaus wird diese Phase zu einem grossen Teil abgeschlossen sein.
Ritter: Mit dieser letzten Ausgabe wollen wir auch ein Signal setzen: Die Ära der Sondermülldeponie ist beendet. Nun beginnt hier etwas Neues.

Sie haben seit 2008 zwölf hochwertige Newsletter produziert. Hat sich der Aufwand gelohnt?

Ritter: Auf jeden Fall. Mit dem Newsletter haben wir uns dazu verpflichtet, offen und detailliert zu kommunizieren. Das förderte das Vertrauen in unsere Arbeit. Worüber wir im Newsletter Schwarz auf Weiss berichtet haben, daran wurden wir gemessen.

Fischer: Unser Ziel war, regelmässig über das Sanierungsprojekt zu berichten. Dieses Ziel haben wir erreicht. Allerdings nur, weil der Newsletter Teil eines Gesamtpakets war. In diesem Paket gab es weitere wichtige Kommunikationsaktivitäten, vor allem den direkten Austausch mit den involvierten Behörden, Gemeindevertretern und Interessensgruppen, kostenlose Besuche auf dem Areal sowie die Gespräche mit der Commission d’information. Dieses Gesamtpaket war entscheidend für den Erfolg unserer Kommunikation.

Wie kam der Newsletter bei Ihren Leserinnen und Lesern an?

Fischer: Ich persönlich habe nicht viele Rückmeldungen erhalten, diese aber waren durchweg positiv. Wenn Besucher zu uns auf die Baustelle kamen, wollten sie immer den Newsletter haben, um etwas Greifbares auf Papier mitnehmen zu können.

Ritter: Wir haben in jeder Ausgabe Menschen zu Wort kommen lassen, die in dieses Projekt eingebunden waren, seien es die Mitarbeiter vor Ort oder die Menschen aus den umliegenden Gemeinden, Behördenvertreter und viele mehr. All diese Leute konnten sich im Newsletter wiederfinden. Das kam gut an.

Neben dem Newsletter: Wie beurteilen Sie rückblickend die Kommunikation in diesem Sanierungsprojekt?

Ritter: Die Sanierung der Sondermülldeponie in Bonfol ist ein hochkomplexes Projekt gewesen, bei dem innovative Lösungen zum Einsatz kamen. Sie alleine hätten aber nicht zum erfolgreichen Abschluss geführt. Die offene und respektvolle Kommunikation mit den vielen verschiedenen Anspruchsgruppen war ebenso wichtig.

Fischer: Als wir vor 17 Jahren das Projekt starteten, war das Vertrauen in die chemisch-pharmazeutische Industrie gering. Dies änderte sich, als wir vor Ort – für alle sichtbar – mit dem Bau der Infrastruktur und schliesslich mit der Sanierung begannen. Dies schuf eine Vertrauensbasis, was die Kommunikation mit den verschiedenen Bezugsgruppen erleichterte.
Ritter: Es brauchte dazu aber auch geeignete Führungspersonen und Kommunikatoren, die authentisch waren und denen man Vertrauen schenken konnte. Unsere Kommunikation erfolgte regelmässig und in einem hohen Detaillierungsgrad. Das hat sich bewährt.

Was hätten Sie bei der Kommunikation noch besser machen können?

Ritter: Es hat sich gezeigt, dass die Kommunikation ebenso wichtig ist wie die technische Umsetzung. Das haben wir am Anfang unterschätzt, indem wir uns zu sehr auf die Lösungen fokussiert haben und nicht darauf, wie wir die involvierten Anspruchsgruppen ins gleiche Boot holen können.

Fischer: Unsere Rolle war, die vielen technischen Berichte unserer Partnerfirmen in eine verständliche und doch präzise Sprache zu übersetzen. Das war zwar zeitintensiv, aber enorm wichtig. Und im Ergebnis waren die Anwohner, Besuchergruppen und Medienvertreter meist zufrieden.

Interview: Martin Huschke




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