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11-2016

Brückenbauer zwischen Menschen und Meinungen

Seit ihrer Gründung im Jahr 2001 trägt die Commission d’information et de suivi (CIS) zu einem regelmässigen, offenen Austausch zwischen den verschiedenen Gruppen bei, die sich für das Sanierungsprojekt interessieren. Präsidiert wird die CIS seit 15 Jahren vom Genfer Politiker René Longet. Der Experte für nachhaltige Entwicklung kennt sich darin aus, zwischen Menschen und Meinungen zu koordinieren.

«Alle drei Monate legen wir in der CIS die anstehenden Fragen auf den Tisch», erklärt René Longet: «Jedes Mitglied hat seine Rolle und vertritt unterschiedliche Interessen oder Anliegen. An den Sitzungen erhalten alle zur gleichen Zeit die gleichen Informationen und können der kantonalen Behörde oder der bci Betriebs-AG Fragen stellen.» Anfangs hatten 16 Mitgliedorganisationen und -institutionen in der CIS Einsitz: Umweltschutzverbände, eine Gewerkschaft, die Grünen aus der Franche-Comté, die Nachbargemeinden in der Schweiz und in Frankreich sowie die schweizerischen und französischen Behörden. Heute sind 23 Organisationen in der Kommission vertreten. «Neben grossem technischem Innovationsgeist erforderte dieses Projekt auch Innovationen im Umgang mit unterschiedlichen Meinungen, einen offenen Dialog sowie das Recht, sich zu irren», erklärt René Longet.

Die Arbeit der CIS lässt sich in mehrere Phasen unterteilen: Zwischen 2001 und 2003 stand das Sanierungskonzept im Zentrum der Diskussionen. In den Jahren 2003 bis 2008 drehten sich die teilweise heftigen Debatten um die Rollen und Projektrisiken. In der CIS kamen zahlreiche wissenschaftliche und technische, aber auch rechtliche Fragen zur Sprache. Kathrin Gschwind, Sekretärin im kantonalen Umweltamt, ist auch für das Sekretariat der CIS zuständig und erinnert sich: «Es gab lange Diskussionen, zum Beispiel über die Standorte, an denen das Grundwasser kontrolliert werden soll. Manchmal war das Protokollieren der Debatten schwierig für mich. Dem Präsidenten der CIS gelang es gut, die Diskussion einerseits in Gang zu bringen, andererseits sie im richtigen Moment zu zügeln.» Die Arbeitsweise der CIS ist in einer Charta geregelt, das Jahresbudget trägt die bci Betriebs-AG.

Ab 2008 wurde die Infrastruktur am Deponiestandort aufgebaut. Damit wurde alles konkreter und die Atmosphäre entspannte sich. Noch immer treffen sich die Mitglieder alle drei Monate in Delsberg, in Bonfol oder in einer der Nachbargemeinden. Vor manchen Sitzungen wird der Sanierungsstandort besichtigt, damit man sich ein Bild von den Fortschritten machen kann. Ausserdem wurden Führungen in der Sondermülldeponie Kölliken (AG) sowie in der Sonderabfallverbrennungsanlage in Biebesheim (Deutschland) organisiert. So konnten sich die Kommissionsmitglieder einen persönlichen Eindruck verschaffen.

Eine eigene Website(www.cis-bonfol.ch), Jahresberichte sowie per Mail versandte Informationen verstärken den allgemeinen Eindruck, dass die CIS einen nützlichen Beitrag zu diesem Projekt geleistet hat. René Longet: «Die Mitglieder bestätigen mir, dass durch das transparente Vorgehen und den regelmässigen Dialog Beziehungen und Vertrauen aufgebaut werden konnten.» Deshalb steht nicht zur Diskussion, diese Dialogplattform nach dem Ende des Abfallaushubs gleich aufzulösen: «Wir werden die offenen Punkte weiter verfolgen, zum Beispiel die Fragen im Zusammenhang mit der Neugestaltung des Areals und vor allem das Projekt, das der Verein Escale Bonfol zusammen mit Mario Botta am Standort der ehemaligen Deponie plant», hält René Longet fest.


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» Die Wiederaufforstung hat bereits begonnen
» Mit dabei: Maschinenführer bei Marti-Züblin

11-2016

Brückenbauer zwischen Menschen und Meinungen

Seit ihrer Gründung im Jahr 2001 trägt die Commission d’information et de suivi (CIS) zu einem regelmässigen, offenen Austausch zwischen den verschiedenen Gruppen bei, die sich für das Sanierungsprojekt interessieren. Präsidiert wird die CIS seit 15 Jahren vom Genfer Politiker René Longet. Der Experte für nachhaltige Entwicklung kennt sich darin aus, zwischen Menschen und Meinungen zu koordinieren.

«Alle drei Monate legen wir in der CIS die anstehenden Fragen auf den Tisch», erklärt René Longet: «Jedes Mitglied hat seine Rolle und vertritt unterschiedliche Interessen oder Anliegen. An den Sitzungen erhalten alle zur gleichen Zeit die gleichen Informationen und können der kantonalen Behörde oder der bci Betriebs-AG Fragen stellen.» Anfangs hatten 16 Mitgliedorganisationen und -institutionen in der CIS Einsitz: Umweltschutzverbände, eine Gewerkschaft, die Grünen aus der Franche-Comté, die Nachbargemeinden in der Schweiz und in Frankreich sowie die schweizerischen und französischen Behörden. Heute sind 23 Organisationen in der Kommission vertreten. «Neben grossem technischem Innovationsgeist erforderte dieses Projekt auch Innovationen im Umgang mit unterschiedlichen Meinungen, einen offenen Dialog sowie das Recht, sich zu irren», erklärt René Longet.

Die Arbeit der CIS lässt sich in mehrere Phasen unterteilen: Zwischen 2001 und 2003 stand das Sanierungskonzept im Zentrum der Diskussionen. In den Jahren 2003 bis 2008 drehten sich die teilweise heftigen Debatten um die Rollen und Projektrisiken. In der CIS kamen zahlreiche wissenschaftliche und technische, aber auch rechtliche Fragen zur Sprache. Kathrin Gschwind, Sekretärin im kantonalen Umweltamt, ist auch für das Sekretariat der CIS zuständig und erinnert sich: «Es gab lange Diskussionen, zum Beispiel über die Standorte, an denen das Grundwasser kontrolliert werden soll. Manchmal war das Protokollieren der Debatten schwierig für mich. Dem Präsidenten der CIS gelang es gut, die Diskussion einerseits in Gang zu bringen, andererseits sie im richtigen Moment zu zügeln.» Die Arbeitsweise der CIS ist in einer Charta geregelt, das Jahresbudget trägt die bci Betriebs-AG.

Ab 2008 wurde die Infrastruktur am Deponiestandort aufgebaut. Damit wurde alles konkreter und die Atmosphäre entspannte sich. Noch immer treffen sich die Mitglieder alle drei Monate in Delsberg, in Bonfol oder in einer der Nachbargemeinden. Vor manchen Sitzungen wird der Sanierungsstandort besichtigt, damit man sich ein Bild von den Fortschritten machen kann. Ausserdem wurden Führungen in der Sondermülldeponie Kölliken (AG) sowie in der Sonderabfallverbrennungsanlage in Biebesheim (Deutschland) organisiert. So konnten sich die Kommissionsmitglieder einen persönlichen Eindruck verschaffen.

Eine eigene Website(www.cis-bonfol.ch), Jahresberichte sowie per Mail versandte Informationen verstärken den allgemeinen Eindruck, dass die CIS einen nützlichen Beitrag zu diesem Projekt geleistet hat. René Longet: «Die Mitglieder bestätigen mir, dass durch das transparente Vorgehen und den regelmässigen Dialog Beziehungen und Vertrauen aufgebaut werden konnten.» Deshalb steht nicht zur Diskussion, diese Dialogplattform nach dem Ende des Abfallaushubs gleich aufzulösen: «Wir werden die offenen Punkte weiter verfolgen, zum Beispiel die Fragen im Zusammenhang mit der Neugestaltung des Areals und vor allem das Projekt, das der Verein Escale Bonfol zusammen mit Mario Botta am Standort der ehemaligen Deponie plant», hält René Longet fest.




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