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10-2015

Wir arbeiten präzise und sicher

Voraussichtlich im 2016 wird ein wichtiger Meilenstein der Sanierung der Sondermülldeponie Bonfol erreicht, wenn die letzten Abfälle ausgehoben werden. Für die Betriebsmannschaft vor Ort heisst das: routiniert weiterarbeiten und mit der Aufmerksamkeit nicht nachlassen. Denn bis zum letzten Kilogramm Abfall bestehen Risiken, die die bci Betriebs-AG und ihre Sanierungspartner beherrschen müssen.

„Auch wenn es im Moment gut läuft: Wir müssen die Aufmerksamkeit bis zum Ende der Sanierung auf hohem Niveau beibehalten“, erklärt der Sicherheitsbeauftragte und Gesamtprojektleiter der bci Betriebs-AG, Dr. Anton Aeby. Wie zum Beweis dieser Aussage brach am 14. Mai, dem Auffahrtstag, in einem Raum, der als Sägespänelager dient, ein Brand aus. Dank des raschen Eingreifens der Sanierungsmitarbeiter in Pikettbereitschaft und der kantonalen Einsatzkräfte, konnte die Situation rasch unter Kontrolle gebracht werden: Der Brand wurde schnell beherrscht und die Dichtigkeit der Räume nach aussen jederzeit beibehalten. Daher bestand für Mensch und Umwelt kein Risiko. „Alle kannten ihre Aufgaben und haben sie gewissenhaft erledigt“, fasst Anton Aeby zusammen.

Genaue Arbeits- und Notfallabläufe wurden in Anweisungen und Sicherheitsregeln festgeschrieben. Regelmässige Absprachen zwischen den Sanierungspartnern und Übungen der Abläufe erhöhen die Einsatzbereitschaft. Aktuell wird eine Kampagne durchgeführt, die Unfällen vorbeugt. Schulungen zum Auffrischen der Sicherheits- und Gesundheitsschutz-Massnahmen finden bis zum Ende des Abfallaushubs statt.

Jeden Morgen planen die drei Sanierungspartner den Tagesablauf: Das Groupement DIB, das für den Aushub der Abfälle zuständig ist, HIM und Chiresa, welche die Vorbereitung, den Transport und die Verbrennung der Abfälle verantworten, sowie die bci Betriebs-AG setzen sich zusammen und besprechen, was am jeweiligen Tag ansteht. So wissen alle Beteiligten jederzeit, welche Aktivitäten vorgesehen sind und können auch kurzfristig zusammen eine sichere Lösung finden, zum Beispiel wenn eine Installation wegen einer Panne ausfällt.

Gut ausgerüstet in den Schwarzbereich

Ein Garant für Sicherheit und Präzision ist auch Lothar Weber. Der 59-jährige Ostdeutsche ist leidenschaftlicher Taucher. Bei diesem Sport hat er gelernt, das Material auch bei der hundertsten Wiederholung bis ins letzte Detail exakt zu überprüfen: „Wenn im Meer, in 30 Meter Tiefe, ein Teil der Ausrüstung nicht funktioniert, hast du sofort ein Problem“, erklärt er in seiner ruhigen Art. Die Arbeiter, die in Bonfol in persönlicher Schutzausrüstung mit Atemluftversorgung in den sogenannten Schwarzbereich eintreten, müssen auch darauf zählen können, dass sie gut ausgestattet sind.

Deshalb ist Lothar Weber genau der Richtige als Gerätewart für die Sanierung der Deponie in Bonfol: Er stattet seine Kollegen mit Stiefeln, Handschuhen, Atemschutzmasken, Spezialanzügen und Atemluftflaschen aus. Jeder Handgriff sitzt genau. Die Arbeiter visieren ihren Eintritt in den Schwarzbereich in einem Register. Eine letzte Kontrolle, Rücksprache per Funk mit der Leitwarte, dann gehen zwei oder mehr Mitarbeiter für maximal 90 Minuten in die Aushub- oder Vorbereitungshalle.

Klare Anweisungen

In der Leitwarte sitzt beispielsweise Zehadin Ajgeraj, stellvertretender Betriebsleiter beim Groupement DIB. Er hält über Kameras und Funkgerät Kontakt mit seinen Kollegen, erteilt Anweisungen und Befehle. „Jedes Mal bevor meine Männer in die Aushubhalle gehen, klären wir, was genau zu tun ist. Die Anweisungen genau zu wiederholen ist sinnvoll, auch wenn wir schon jahrelange Erfahrung haben“, erklärt Ajgeraj. Die Männer vor Ort kennen die möglichen Risiken und sind darauf geschult, sorgsam zu arbeiten.

Der Projektleiter von Chiresa, Karl Mosimann, beaufsichtigt aus derselben Leitwarte seine Mitarbeiter in der Vorbereitungshalle. In der Enge der Halle ist wichtig zu koordinieren, wann ein Bagger fahren darf und wann ein Mitarbeiter zu Fuss in persönlicher Schutzausrüstung eine Tätigkeit erledigen kann. In einem Logbuch hält Karl alle Vorgänge, Arbeiten und Laborinformationen detailliert fest.

Ruhe vermitteln

Lothars Funkgerät rauscht: Ein Team kündigt an, den Schwarzbereich zu verlassen. Zunächst müssen die Männer im Schutzanzug unter eine Dekontaminierungsdusche. Dann nimmt Lothar ihnen die Luftflaschen ab und zieht ihnen die Anzüge aus, ohne die saubere Unterwäsche zu kontaminieren. Die Schutzanzüge und Handschuhe werden nach jedem Einsatz weggeworfen und letztlich mit den Sonderabfällen verbrannt. Während die Arbeiter sich nebenan duschen, wischt Lothar den Austrittsbereich mit sauber und reinigt und desinfiziert Stiefel, Atemschutzmasken und Luftflaschen. Währenddessen dreht sich die Funktionsunterwäsche, welche die Mitarbeiter unter den Schutzanzügen getragen haben, in den Waschmaschinen. Lothar macht immer wieder die gleichen Handgriffe, immer gleich präzise und ruhig. „Es ist wichtig, Ruhe zu vermitteln“, erklärt Lothar.

Lothar ist sich seiner Verantwortung bewusst. Nicht nur, weil sein Sohn Thomas auch bei der Sanierung in Bonfol mitarbeitet. Wie ist es für ihn, den eigenen Jungen in die Hallen zu schicken, deren Umgebungsluft ohne Schutz langfristig ein Gesundheitsrisiko darstellen würde? „Ich weiss, was ich tue und mache bei meinem eigenen Sohn nichts anders als bei jedem anderen Mitarbeiter auch“, sagt Lothar ganz ruhig.

Gesundheitscheck fünfmal im Jahr

Ein ausführliches Untersuchungsprogramm bestätigt die Qualität seiner Arbeit: Fünfmal im Jahr werden arbeitsmedizinische Untersuchungen durchgeführt. Die Ergebnisse der Urin- und Blutproben der Mitarbeiter aus dem Schwarzbereich liegen deutlich unter den tolerierten Grenzwerten für ein schadstoffbelastetes Arbeitsumfeld. Gleichzeitig werden arbeitshygienische Untersuchungen an den verschiedenen Arbeitsplätzen durchgeführt. Dabei wird die Luft in den Hallen, in den Schutzanzügen, in den Umkleideräumen und in den Baumaschinen überprüft sowie die Sauberkeit verschiedener Oberflächen getestet. Die Ergebnisse der Untersuchungen bestätigen die Richtigkeit des Sicherheitskonzepts und das hohe Niveau der Arbeitshygiene.

Die Männer wissen, sie können sich aufeinander, auf Lothar und auf die Koordination und Überwachung aus der Leitwarte verlassen. „Die Zusammenarbeit vor Ort funktioniert reibungslos“, urteilt Zehadin Ajgeraj: „Wir wissen, was wir tun und gehen keine unnötigen Risiken ein.“ Gute Voraussetzungen also, um die verbleibenden letzten Monate Abfallaushub sicher und präzise zu bewältigen.

Galerie
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10-2015

Wir arbeiten präzise und sicher

Voraussichtlich im 2016 wird ein wichtiger Meilenstein der Sanierung der Sondermülldeponie Bonfol erreicht, wenn die letzten Abfälle ausgehoben werden. Für die Betriebsmannschaft vor Ort heisst das: routiniert weiterarbeiten und mit der Aufmerksamkeit nicht nachlassen. Denn bis zum letzten Kilogramm Abfall bestehen Risiken, die die bci Betriebs-AG und ihre Sanierungspartner beherrschen müssen.

„Auch wenn es im Moment gut läuft: Wir müssen die Aufmerksamkeit bis zum Ende der Sanierung auf hohem Niveau beibehalten“, erklärt der Sicherheitsbeauftragte und Gesamtprojektleiter der bci Betriebs-AG, Dr. Anton Aeby. Wie zum Beweis dieser Aussage brach am 14. Mai, dem Auffahrtstag, in einem Raum, der als Sägespänelager dient, ein Brand aus. Dank des raschen Eingreifens der Sanierungsmitarbeiter in Pikettbereitschaft und der kantonalen Einsatzkräfte, konnte die Situation rasch unter Kontrolle gebracht werden: Der Brand wurde schnell beherrscht und die Dichtigkeit der Räume nach aussen jederzeit beibehalten. Daher bestand für Mensch und Umwelt kein Risiko. „Alle kannten ihre Aufgaben und haben sie gewissenhaft erledigt“, fasst Anton Aeby zusammen.

Genaue Arbeits- und Notfallabläufe wurden in Anweisungen und Sicherheitsregeln festgeschrieben. Regelmässige Absprachen zwischen den Sanierungspartnern und Übungen der Abläufe erhöhen die Einsatzbereitschaft. Aktuell wird eine Kampagne durchgeführt, die Unfällen vorbeugt. Schulungen zum Auffrischen der Sicherheits- und Gesundheitsschutz-Massnahmen finden bis zum Ende des Abfallaushubs statt.

Jeden Morgen planen die drei Sanierungspartner den Tagesablauf: Das Groupement DIB, das für den Aushub der Abfälle zuständig ist, HIM und Chiresa, welche die Vorbereitung, den Transport und die Verbrennung der Abfälle verantworten, sowie die bci Betriebs-AG setzen sich zusammen und besprechen, was am jeweiligen Tag ansteht. So wissen alle Beteiligten jederzeit, welche Aktivitäten vorgesehen sind und können auch kurzfristig zusammen eine sichere Lösung finden, zum Beispiel wenn eine Installation wegen einer Panne ausfällt.

Gut ausgerüstet in den Schwarzbereich

Ein Garant für Sicherheit und Präzision ist auch Lothar Weber. Der 59-jährige Ostdeutsche ist leidenschaftlicher Taucher. Bei diesem Sport hat er gelernt, das Material auch bei der hundertsten Wiederholung bis ins letzte Detail exakt zu überprüfen: „Wenn im Meer, in 30 Meter Tiefe, ein Teil der Ausrüstung nicht funktioniert, hast du sofort ein Problem“, erklärt er in seiner ruhigen Art. Die Arbeiter, die in Bonfol in persönlicher Schutzausrüstung mit Atemluftversorgung in den sogenannten Schwarzbereich eintreten, müssen auch darauf zählen können, dass sie gut ausgestattet sind.

Deshalb ist Lothar Weber genau der Richtige als Gerätewart für die Sanierung der Deponie in Bonfol: Er stattet seine Kollegen mit Stiefeln, Handschuhen, Atemschutzmasken, Spezialanzügen und Atemluftflaschen aus. Jeder Handgriff sitzt genau. Die Arbeiter visieren ihren Eintritt in den Schwarzbereich in einem Register. Eine letzte Kontrolle, Rücksprache per Funk mit der Leitwarte, dann gehen zwei oder mehr Mitarbeiter für maximal 90 Minuten in die Aushub- oder Vorbereitungshalle.

Klare Anweisungen

In der Leitwarte sitzt beispielsweise Zehadin Ajgeraj, stellvertretender Betriebsleiter beim Groupement DIB. Er hält über Kameras und Funkgerät Kontakt mit seinen Kollegen, erteilt Anweisungen und Befehle. „Jedes Mal bevor meine Männer in die Aushubhalle gehen, klären wir, was genau zu tun ist. Die Anweisungen genau zu wiederholen ist sinnvoll, auch wenn wir schon jahrelange Erfahrung haben“, erklärt Ajgeraj. Die Männer vor Ort kennen die möglichen Risiken und sind darauf geschult, sorgsam zu arbeiten.

Der Projektleiter von Chiresa, Karl Mosimann, beaufsichtigt aus derselben Leitwarte seine Mitarbeiter in der Vorbereitungshalle. In der Enge der Halle ist wichtig zu koordinieren, wann ein Bagger fahren darf und wann ein Mitarbeiter zu Fuss in persönlicher Schutzausrüstung eine Tätigkeit erledigen kann. In einem Logbuch hält Karl alle Vorgänge, Arbeiten und Laborinformationen detailliert fest.

Ruhe vermitteln

Lothars Funkgerät rauscht: Ein Team kündigt an, den Schwarzbereich zu verlassen. Zunächst müssen die Männer im Schutzanzug unter eine Dekontaminierungsdusche. Dann nimmt Lothar ihnen die Luftflaschen ab und zieht ihnen die Anzüge aus, ohne die saubere Unterwäsche zu kontaminieren. Die Schutzanzüge und Handschuhe werden nach jedem Einsatz weggeworfen und letztlich mit den Sonderabfällen verbrannt. Während die Arbeiter sich nebenan duschen, wischt Lothar den Austrittsbereich mit sauber und reinigt und desinfiziert Stiefel, Atemschutzmasken und Luftflaschen. Währenddessen dreht sich die Funktionsunterwäsche, welche die Mitarbeiter unter den Schutzanzügen getragen haben, in den Waschmaschinen. Lothar macht immer wieder die gleichen Handgriffe, immer gleich präzise und ruhig. „Es ist wichtig, Ruhe zu vermitteln“, erklärt Lothar.

Lothar ist sich seiner Verantwortung bewusst. Nicht nur, weil sein Sohn Thomas auch bei der Sanierung in Bonfol mitarbeitet. Wie ist es für ihn, den eigenen Jungen in die Hallen zu schicken, deren Umgebungsluft ohne Schutz langfristig ein Gesundheitsrisiko darstellen würde? „Ich weiss, was ich tue und mache bei meinem eigenen Sohn nichts anders als bei jedem anderen Mitarbeiter auch“, sagt Lothar ganz ruhig.

Gesundheitscheck fünfmal im Jahr

Ein ausführliches Untersuchungsprogramm bestätigt die Qualität seiner Arbeit: Fünfmal im Jahr werden arbeitsmedizinische Untersuchungen durchgeführt. Die Ergebnisse der Urin- und Blutproben der Mitarbeiter aus dem Schwarzbereich liegen deutlich unter den tolerierten Grenzwerten für ein schadstoffbelastetes Arbeitsumfeld. Gleichzeitig werden arbeitshygienische Untersuchungen an den verschiedenen Arbeitsplätzen durchgeführt. Dabei wird die Luft in den Hallen, in den Schutzanzügen, in den Umkleideräumen und in den Baumaschinen überprüft sowie die Sauberkeit verschiedener Oberflächen getestet. Die Ergebnisse der Untersuchungen bestätigen die Richtigkeit des Sicherheitskonzepts und das hohe Niveau der Arbeitshygiene.

Die Männer wissen, sie können sich aufeinander, auf Lothar und auf die Koordination und Überwachung aus der Leitwarte verlassen. „Die Zusammenarbeit vor Ort funktioniert reibungslos“, urteilt Zehadin Ajgeraj: „Wir wissen, was wir tun und gehen keine unnötigen Risiken ein.“ Gute Voraussetzungen also, um die verbleibenden letzten Monate Abfallaushub sicher und präzise zu bewältigen.



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