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25.08.2017 - Erfolgreicher Abbruch der grossen Hallenbögen mittels Schnittsprengung


Heute Morgen wurden mittels gezielter Schnittsprengungen die grossen Stahlbögen der Aushubhalle erfolgreich demontiert. Innert weniger Sekunden fiel die markante Hallenkonstruktion kontrolliert zu Boden. Mehrere hundert Zuschauerinnen und Zuschauer beobachteten das Ereignis aus sicherer Entfernung. In den nächsten Wochen erfolgt die Zerkleinerung der Stahlteile für das Recycling.


Bonfol / Basel, 25. August 2017

Der Rückbau der Sanierungsinfrastruktur der Sondermülldeponie Bonfol schreitet sichtbar voran. Nach langer und detaillierter Vorbereitung wurden heute um 11.07 Uhr mittels gezielter Schnittsprengungen die grossen Bögen der Aushubhalle erfolgreich demontiert. Drei kurze Signaltöne kündigten die Zündung an, dann folgte der laute Knall einer ersten Sprengung. Diese kappte die massiven Stahl-Zugbänder unterhalb des Hallendachs, welche die unter Spannung stehenden Hallenbögen hielten. Als die Zugbänder nachgaben, spannten sich die Bögen auf und drückten die östliche Seitenkonstruktion der Halle nach aussen. Mit der 25 Millisekunden darauf folgenden zweiten Sprengung wurde an ausgewählten Stellen die Aufhängung des Hallendachs durchtrennt. Rasch kamen die Hallenbögen und die Stahlkonstruktion in Bewegung und fielen kontrolliert zu Boden.

Gesperrte Sicherheitszone

Mehr als hundert Zuschauerinnen und Zuschauer beobachteten dieses Ereignis aus sicherer Entfernung vom CISA Technoparc aus. Dort hatte die bci Betriebs-AG einen offiziellen Zuschauerplatz errichtet, von dem aus die weisse Stahlstruktur der Halle über den Baumwipfeln zu sehen war. Zusätzlich übertrug bci Betriebs-AG Live-Bilder der Sprengung auf eine Videoleinwand. Die Zuschauer verfolgten die spektakulären Bilder mit grossem Interesse und Begeisterung.

Vor der Sprengung hatten Polizei und Feuerwehr in einem Umkreis von 500 Metern eine Sicherheitszone errichtet, das Waldgebiet rund um die Deponie durchkämmt und sämtliche Zufahrtsstrassen und Wege gesperrt. Selbst ein Landeplatz für einen Rega-Rettungshubschrauber war vorab für den Notfall definiert worden. Der jurassische Umweltminister David Eray, Medienvertreter und weitere geladene Gäste beobachteten die Sprengung von der Südseite der Deponie aus, hinter einer eigens errichteten Schutzeinrichtung.

Walter Weber, Sprengmeister der GU SprengTechnik AG, ist mit dem Ergebnis sehr zufrieden: „Unser Ziel war eine sichere Demontage, bei der sich die verschiedenen Elemente der Hallenbögen aufteilen und anschliessend möglichst geordnet zu Boden fallen. Das ist uns gelungen.“ Michael Fischer, Geschäftsführer der bci Betriebs-AG, betont die Bedeutung dieses Ereignisses: „2008 wurde mit dem Errichten dieser einmaligen Hallenkonstruktion aus neun Bögen mit 40 Metern Höhe für alle sichtbar, dass die Sanierung der Deponie beginnt. Nun sind die Abfälle ausgehoben und die Aushubhalle verschwindet wieder. Damit ist ein weiterer wichtiger Meilenstein in diesem ausserordentlichen Sanierungsprojekt erreicht. Der Rückbau der restlichen Infrastruktur wird wohl noch rund anderthalb Jahre dauern.“

Einzigartig in der Schweiz

Der Abbruch einer Stahlhalle dieser Dimension mittels Schnittsprengung ist eine Premiere in der Schweiz. Das Groupement DIB (Marti/Züblin) hat daher die GU SprengTechnik AG beauftragt, um die mehr als 2200 Tonnen Stahl der Hallenkonstruktion kontrolliert zu Fall zu bringen. Zu diesem Zweck wurden an statisch wichtigen Stellen Schneidladungen angebracht. Wird der darin enthaltene Sprengstoff gezündet, erhitzt er einen Kupferkörper auf 4‘000 Grad Celsius. Das Kupferplasma wird unter 150‘000 bar Druck wird mit rasanter Geschwindigkeit davongeschleudert und zertrennt selbst grösste Stahlteile. Dank dieser Methode mussten nur rund 19 Kilogramm Sprengstoff verwendet werden für 47 Sprengladungen. Zum Vergleich: Bei einer Sprengung in einem Steinbruch gelangen mehrere Tonnen Sprengstoff zum Einsatz.

Höchste Sicherheitsvorkehrungen

Der Sprengung war eine intensive Vorbereitungszeit voraus gegangen. Aufwändige statische Berechnungen zeigten, was es braucht, damit das gesamte Gerüst planmässig zu Boden fällt. Probesprengungen wurden durchgeführt, um sicherzustellen, dass möglichst wenige lose Teile, wie Schrauben und Muttern, durch die Luft fliegen. Industriekletterer hatten bei der Vorbereitung an definierten Punkten Streben und Verbindungen gelöst und die Stahlkonstruktion so für die Sprengung „vorgeschwächt“. Dazu Walter Weber: „Bei einer Sprengung darf nichts schief gehen. Deshalb rechnen wir bei der Planung und Vorbereitung viele Sicherheitsmassnahmen ein.“

Mit der gewählten Variante der Schnittsprengung hat man sich laut Urs Haller, Projektleiter beim Groupement DIB, für die effizienteste und sicherste Methode entschieden. „Dieses Vorgehen hat den Vorteil, dass nur eine beschränkte Anzahl an Höhenarbeiten auszuführen sind und nach der Sprengung, trotz dem Zusammenfallen der Stahlkonstruktion, nur wenige unter Spannung stehende Teile am Boden liegen werden. Das bedeutet einen grossen Sicherheitsgewinn für die Demontage und die anschliessenden Zerkleinerungsarbeiten.“

Die Hallenkonstruktion war vor mehr als acht Jahren passgenau für die Sanierung in Bonfol entwickelt und gebaut worden. Da keine zukünftige Verwendung gefunden wurde, wäre eine Demontage mit Kränen zeitintensiver und auch aufwändiger in Bezug auf die Arbeitssicherheit, und daher letztlich auch teurer gewesen.

Rückbau der Sanierungsinfrastruktur geht weiter

In den nächsten Wochen erfolgt die Zerkleinerung der Stahlteile in transportierbare Stücke mittels Hydraulikscheren und Schneidbrennern. Der Stahl wird in Mulden gesammelt und anschliessend rezykliert. Parallel dazu erfolgt der Abbruch der Betonbauten und Hallenfundamente. Auch hier wird der Beton dem Recycling zugeführt. Bis Ende 2017 sollen die grössten Rückbauarbeiten auf dem Areal selbst abgeschlossen sein.

Einen geschnittenen Videobeitrag von der Sprengung sowie eine Galerie professioneller Fotos finden Sie auf unserer Homepage unter www.bci-info.ch.

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Weitere Informationen erhalten Sie bei
bci Betriebs-AG • Bernhard Scharvogel • Leiter Kommunikation
T + 41 61 685 15 06 • Mobil + 41 79 598 39 43 •
bernhard.scharvogel@bcibag.ch

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Die bci Betriebs-AG ist für die Planung und Umsetzung der definitiven Sanierung der Sondermülldeponie Bonfol verantwortlich. Die bci Betriebs-AG handelt im Auftrag der Unternehmen der Basler Chemischen Industrie (BCI).

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