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02.09.2016 - Der Aushub ist beendet – es gibt keine chemischen Abfälle mehr in der Sondermülldeponie Bonfol


«Die Sondermülldeponie Bonfol ist leer. Am Montag, 29. August 2016, hat die bci Betriebs-AG mit ihren Sanierungspartnern die letzte Tonne des Chemieabfalls ausgehoben», gab Michael Fischer, Geschäftsführer der bci Betriebs-AG, an der Medienkonferenz bekannt. Auch der jurassische Regierungsrat David Eray, Leiter des Departements Umwelt, und Fernand Gasser, Präsident der Gemeinde Bonfol, gaben zum Abschluss dieser Sanierungsphase ihrer Zufriedenheit Ausdruck. Michael Fischer unterstrich jedoch, dass es bis zum endgültigen Abschluss der Sanierung noch zahlreiche Arbeiten zu erledigen gibt.


Bonfol / Basel, 2. September 2016

«Mit grosser Freude kann ich heute bekanntgeben, dass der Aushub der Abfälle – die grösste Herausforderung der Sanierung der Sondermülldeponie Bonfol – abgeschlossen ist. Ich danke dem Team vor Ort für seine professionelle Arbeit und die Einhaltung der Sicherheitsmassnahmen. Weiterhin bin ich allen anderen Personen dankbar, die sich für den Erfolg dieses Projekts eingesetzt haben», sagte Michael Fischer. Einen speziellen Dank richtete er an die lokalen und kantonalen Behörden für die konstruktive Zusammenarbeit und die guten Beziehungen: «Gemeinsam haben wir dieses wichtige Ziel erreicht, jedoch ist das Sanierungsprojekt hiermit noch nicht endgültig abgeschlossen.»

Der Aushub in Zahlen

«In den vergangenen fünf Jahren haben wir nicht weniger als 202'200 Tonnen chemischen Abfall und damit vermischtes Material ausgehoben, die wir anschliessend zur sachgerechten Verbrennung ins Ausland transportiert haben», erklärte Michael Fischer. Parallel dazu wurden rund 84'000 Tonnen leicht oder mittel verunreinigtes Bodenmaterial durch spezialisierte Unternehmen in der Schweiz und in den Niederlanden entsorgt.

Chemische Risiken nehmen deutlich ab

Mit dem Aushub der chemischen Abfälle, der am 29. August 2016 seinen Abschluss fand, haben die chemischen Risiken – insbesondere die Risiken einer Explosion oder eines Brands – stark abgenommen. Es verbleiben noch 4'000 Tonnen chemischen Abfalls, der bereits analysiert und für den Transport vorbereitet wurde, sowie weitere 4'000 Tonnen kontaminierten Bodenmaterials. In den nächsten Tagen wird dieses Material in Container abgefüllt und der sachgerechten Entsorgung zugeführt.

Kontrolle der Sanierungsziele

Der tönerne Deponiesaum im Norden der Grube, der durch den Kontakt mit den Abfällen und durch das Sickerwasser verunreinigt worden war, wurde bereits zu grossen Teilen gereinigt. Die noch zu kontrollierende Oberfläche wird nun beprobt und wo nötig abgetragen, bis die von den Behörden vorgegebenen Grenzwerte erreicht sind. Sobald die Behörden und ihre Experten die Erfüllung der Kriterien der schweizerischen Altlastenverordnung (AltlV) bestätigt haben, wird die bci Betriebs-AG mit der teilweisen Wiederverfüllung der Nordseite beginnen.

Verunreinigte Sandlinse

Daneben gilt es, Sandeinschlüsse im Ton – sogenannte Sandlinsen – zu untersuchen. Diese weisen eine gewisse Verunreinigung auf. Das Vorkommen einer Sandlinse im Norden ist seit den 90er-Jahren bekannt. Bis heute konnte keine Kontamination des Grundwassers und des Oberflächenwassers, ausgehend von den Sandlinsen, festgestellt werden. Mit den Behörden wurde vereinbart, ausführliche Untersuchungen der Sandlinsen erst nach Abschluss der Aushubarbeiten zu beginnen. Seit Anfang 2016 wird mittels Analysen überprüft, ob von den Sandlinsen noch ein Umweltrisiko ausgeht. Sollten die Untersuchungen zum geplanten Zeitpunkt der Wiederverfüllung noch nicht abgeschlossen sein, werden die betroffenen Bereiche zugänglich bleiben müssen.

Zukünftige Arbeiten: dekontaminieren, demontieren, neu gestalten

Die Dekontaminationsarbeiten der Oberflächen und der Geräte, die im Kontakt mit den Abfällen standen, werden demnächst in der Aushubhalle beginnen. Messungen der Luftqualität werden durchgeführt, um festzustellen, zu welchem Zeitpunkt die speziellen Sicherheitsmassnahmen aufgehoben werden können, ohne dass ein Risiko für Mensch und Umwelt bestünde. Wenn die Aushubhalle nicht mehr unter Unterdruck steht, ist es möglich, dass in der Umgebung unangenehme Gerüche wahrzunehmen sind. Dies ist allerdings weniger wahrscheinlich als beim Hallenverschub im Jahr 2013. Stärkere Geruchsbelästigungen können der bci Betriebs-AG unter der eigens eingerichteten Nummer +41 79 40 50 427 telefonisch gemeldet werden.

Die Hauptarbeiten zur Dekontamination und zum Abbau der Infrastruktur werden bis Ende 2017 abgeschlossen sein. In Übereinstimmung mit dem kantonalen Sondernutzungsplan wird die bci Betriebs-AG nach der Wiederverfüllung bis im Jahr 2019 über 15 Hektaren Gelände wiederaufforsten. Parallel dazu steht die bci Betriebs-AG mit dem Verein «Escale Bonfol» im Kontakt, um Synergien mit den Abbauarbeiten zu schaffen. Gemeinsam mit dem Architekten Mario Botta plant der Verein ein Projekt zur Aufwertung des Gebiets. Die Gesamtkosten für die Sanierung der Sondermülldeponie Bonfol werden sich inklusive der Sanierungsnachsorge auf rund CHF 380 Millionen belaufen.

Übereinstimmend mit der Altlastenverordnung und den Anforderungen des jurassischen Amtes für Umwelt wird die Überwachung des Grundwassers und der Oberflächengewässer mindestens für die nächsten zehn Jahre fortgeführt. Diese Sanierungsnachsorge soll nachweisen, dass nach Abschluss der Sanierung auf lange Sicht kein Risiko für Mensch und Umwelt mehr besteht.

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Anlaufstelle für die Medien:
bci Betriebs-AG • Bernhard Scharvogel • Leiter Kommunikation
T + 41 61 685 15 06 • Mobil + 41 79 598 39 43 • bernhard.scharvogel@bcibag.ch

Die bci Betriebs-AG ist für die Planung und Umsetzung der definitiven Sanierung der Sondermülldeponie Bonfol verantwortlich. Die bci Betriebs-AG handelt im Auftrag der Unternehmen der Basler Chemischen Industrie (BCI).




Einige Kennzahlen zum Aushub der Abfälle

Die Sondermülldeponie Bonfol enthielt über 98 % Abfälle aus der chemischen Produktion, die offen und als gemischt abgelagert wurden, was dem damaligen Stand der Technik entsprach. Aufgrund dieser Tatsache erwies sich das Ausheben und Verbrennen der Abfälle ohne Sortierung als beste Methode für die Sanierung dieser Deponie. Mit dieser Methode liess sich die Quelle der Kontamination entfernen und endgültig entsorgen.

Die die mit dem Abfall verbundenen Unsicherheiten und Risiken machten für die Phase des Aushubs spezifische Sicherheitsmassnahmen notwendig. Am 15. April 2010 grub der ferngesteuerte Kran-Greifer die erste Charge Abfall aus der Deponie. Am 7. Juli 2010 ereignete sich eine lokale Explosion bei der Reinigung des kontaminiertem Tonbodens, was die Sanierungsarbeiten für 10 Monate zum Stillstand brachte. In dieser Zeit wurden die Ursachen der Explosion abgeklärt, Reparaturen vorgenommen und das Sicherheitskonzept angepasst. Nach der Wiederaufnahme der Arbeiten im Mai 2011 erreichte die geförderte Menge rasch die vorgesehenen 800 Tonnen pro Woche. Ein Unterbruch der Arbeiten war 2013 nötig, um die Aushubhalle vom bereits sanierten Südteil der Deponie auf die Nordseite zu verschieben.

Bis zum Ende der Aushubarbeiten am 29. August 2016 wurden insgesamt 202'200 Tonnen Abfall und vermischtes Material ausgehoben, um ins Ausland transportiert und dort fachgerecht in Spezialöfen verbrannt zu werden. Diese Zahl schliesst nicht nur die chemischen Abfälle ein, die zwischen 1961 und 1976 in Bonfol deponiert wurden, sondern auch Bodenmaterial wie Ton, das nicht von den Abfällen getrennt werden konnte und deshalb mit in die Verbrennung ging. Gleichzeitig wurden ca. 6'000 Tonnen verunreinigtes Tonmaterial vom Deponiedeckel und aus dem Deponiesaum zur thermischen Bodenbehandlung in die Niederlande transportiert. Rund 78'000 Tonnen leicht verunreinigtes Erdreich wurde in schweizerischen Zementwerken entsorgt.

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