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03.05.2012 - Endgültige Betriebsbewilligung erteilt – rund 35’000 Tonnen Abfälle sind ausgehoben


Das jurassische Arbeitsinspektorat (AMT) hat heute der bci Betriebs-AG und den Sanierungspartnern die endgültige Betriebsbewilligung erteilt. Damit tritt die definitive Sanierung der Sondermülldeponie Bonfol ab heute in den Normalbetrieb. Seit Sanierungsbeginn im April 2010 sind bereits rund 35‘000 Tonnen Abfälle ausgehoben worden. Es ist geplant, die Sanierung 2015 abzuschliessen.


„Wir haben den Behörden durch die umgesetzten zusätzlichen Sicherheitsmassnahmen und eine sorgfältige Dokumentation gezeigt, dass die Sicherheit von Mensch und Umwelt bei der definitiven Sanierung vorrangig sind“, erklärt Michael Fischer, Geschäftsführer der bci Betriebs-AG. „Um dieses Ziel zu erreichen, haben wir viel Energie, Ausdauer und professionelles Engagement investiert, sowie zahlreiche Sitzungen mit externen Beratern und den Fachleuten des Kantons gehalten.“

Mit der endgültigen Betriebsbewilligung können die bci Betriebs-AG und die beauftragten Sanierungspartner die Sanierung nun im Normalbetrieb weiterführen. Dafür ist geplant, in jeder Arbeitswoche durchschnittlich 800 Tonnen Abfälle ferngesteuert auszuheben. Die Abfälle durchlaufen einen Shredder und werden dann analysiert, vorbereitet und in Spezialcontainer verladen. In einem regelmässigen Rhythmus werden die Abfälle per Bahn zur fachgerechten Entsorgung transportiert.

30'000 Tonnen Abfälle wurden seit 18. Mai 2011 ausgehoben

„Ab dem 18. Mai 2011, nach erteilter Genehmigung der kantonalen Behörden, haben wir alle neuen Gerätschaften unter echten Arbeitsbedingungen getestet, das heisst mit den Sonderabfällen“, erklärt Geschäftsführer Michael Fischer. „Erst, als sie sich bewährt hatten, konnten wir Ersatzgeräte bestellen, beispielsweise einen zweiten ferngesteuerten Bagger. Diese Redundanz ist wichtig, um im Normalbetrieb die angestrebte Wochenleistung sicher erreichen zu können.“

Die Berichte über die Erkenntnisse der Pilotphase und insbesondere der umgesetzten Sicherheitsmassnahmen waren unter den letzten Dokumenten gewesen, die die Sanierungspartner den Behörden eingereicht hatten. In der normal verlaufenden Pilotphase sind rund 30‘000 Tonnen Abfälle ausgehoben und vorbereitet worden, ohne dass es ein Sicherheitsproblem gegeben hat. Im Falle einer erneuten Explosion, die nicht völlig ausgeschlossen werden kann, würden die zusätzlichen umgesetzten Schutzmassnahmen Arbeiter, Bevölkerung und Umwelt schützen.

Die Analysen der Abfälle bestätigen die Hypothesen

Da keine historischen Informationen über die chemischen Eigenschaften der Abfälle vorliegen, hat die bci Betriebs-AG auf der Basis verschiedener Hypothesen das Sanierungsprojekt mit umfassenden Sicherheitsmassnahmen erstellt. Um diese Anfangshypothesen zu verifizieren, haben die bci Betriebs-AG und ihre Sanierungspartner während der Pilotphase verschiedene Kontrollanalysen durchführen lassen.

Die Ergebnisse der Analysen auf spezifische Substanzen bestätigen die Richtigkeit der umgesetzten Massnahmen. Es geht dabei zum Beispiel um Analysen auf Chlor, Schwefel, Quecksilber, Phosphor und Dioxine. Die Ergebnisse zeigen Dioxinspuren von durchschnittlich 4 Mikrogramm TE pro Kilogramm Abfall. Die chemischen Analysen auf Chlorate und andere Substanzen mit gleichartigen Eigenschaften, die nach der Explosion im Juli 2010 eingeführt wurden, haben bis jetzt keine Konzentrationen gezeigt, die zu einer Explosion führen könnten. Gleichermassen hat auch der „Fallhammertest“ bislang keine Schlagempfindlichkeit von Abfallchargen nachgewiesen.

Die Luftqualitätsmessungen, die in der Pilotphase in den Hallen durchgeführt worden sind, bestätigen die Abschätzungen aus der Planungsphase des Projekts. Die gemessenen Werte sind mit Ausnahme einzelner Substanzen unter den maximalen Arbeitsplatzkonzentrationswerten, die für eine tägliche Exposition von Arbeitern ohne besondere Schutzmassnahmen erlassen wurden (sogenannter MAK-Wert). Dennoch machen einerseits ein starker Geruch und andererseits die Mischung verschiedener Substanzen mit variablen Konzentrationen es notwendig, die Hallen geschlossen zu halten und das Sanierungspersonal mit persönlichen Schutzmassnahmen zu versehen (von der Umgebungsluft unabhängige Atemluftversorgung, Schutzanzüge usw.). Diese Massnahmen werden durch ein Überwachungsprogramm für Arbeitshygiene und Arbeitsmedizin ergänzt, welches bestätigt, dass die Risiken für die Gesundheit der Mitarbeiter beherrscht werden.

„Diese Analysen geben den Hypothesen recht, die Experten bei der Planung des Sanierungsprojekts aufgestellt haben. Wir haben die Analysenresultate den Kantonsbehörden, der SUVA und unseren Partnerunternehmen vorgestellt. Wir haben gemeinsam festgestellt, dass das Sanierungskonzept und die Massnahmen zum Schutz von Mensch und Umwelt den Herausforderungen gerecht werden, die diese Deponiesanierung uns stellt“, erklärt Rémi Luttenbacher, Gesamtprojektleiter der bci Betriebs-AG.

Aushub der Abfälle soll 2015 abgeschlossen werden

Gemäss aktuellem Zeitplan sollten die Abfälle auf der Südseite der Deponie bis Anfang 2013 ausgehoben sein. Dann wird die Aushubhalle auf Gleitschienen mittels eines hydraulischen Verfahrens auf die Nordseite der Deponie gezogen. Der Aushub der Abfälle dort soll im Verlauf des Jahres 2015 beendet werden.

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Weitere Informationen erhalten Sie bei
bci Betriebs-AG • Bernhard Scharvogel • Leiter Kommunikation
T + 41 61 685 15 06 • F + 41 61 636 60 95 • bernhard.scharvogel@bcibag.ch

Die bci Betriebs-AG ist für die Planung und Umsetzung der definitiven Sanierung der Sondermülldeponie Bonfol verantwortlich. Die bci Betriebs-AG handelt im Auftrag der Unternehmen der Basler Chemischen Industrie (BCI).

Zur Information: Die Republik und Kanton Jura veröffentlicht heute ebenfalls eine Medienmitteilung über die Erteilung der endgültigen Betriebsbewilligung für die definitive Sanierung der Sondermüll-deponie Bonfol: www.jura.ch.

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