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31.03.2010 - Kanton Jura und bci Betriebs-AG leiten Pilotphase des Aushubs ein – erste Abfälle werden demnächst ausgehoben



Am 31. März hat mit einem feierlichen Spatenstich in die letzte Schicht des Deckels der Aushub des Sonderabfalls auf der Deponie Bonfol begonnen. Der jurassische Umweltminister, Laurent Schaffter, Gemeindepräsident Jean-Denis Henzelin und der Geschäftsführer der bci Betriebs-AG, Michael Fischer, starteten vor Medienvertretern die Pilotphase des Abfallaushubs. Ab 6. April 2010 wird in den zwei Hallen für die Sanierung die so genannte Schwarzzone eingerichtet, innerhalb derer besondere Sicherheitsbestimmungen gelten. In dieser Schutzatmosphäre wird der erste Streifen des Deckels über den Abfällen abgetragen und mit dem Aushub des Deponieinhalts begonnen.


„Nach zehn Jahren der Vorbereitung, nach Tausenden von Berichtsseiten, nach Hunderten von Sitzungen und Dutzenden Expertisen, Sonderabkommen, Verträgen, Konventionen und verschiedenen Bewilligungen stehen wir nun also kurz vor dem Start“, freute sich Laurent Schaffter, Regierungsrat und Leiter des Bau- und Umweltdepartements der Republik und des Kantons Jura, vor dem Spatenstich. Gleichwohl betonte Schaffter, dass der Kanton trotz des Wunsches nach einem Konsens in den Diskussionen dennoch bestimmt aufgetreten sei. Der Gemeindepräsident von Bonfol, Jean-Denis Henzelin, skizzierte kurz die Geschichte des Tons und der Deponie in seiner Gemeinde, um schliesslich hoffnungsvoll in die Zukunft zu blicken: „Heute gibt es Raum für Zufriedenheit, weil wir sehen, dass die Aushubarbeiten beginnen. Und ich möchte diesen Termin nutzen, um all denen zu danken, die dazu beigetragen haben.“ Der Spatenstich in die letzte Schicht des Deponiedeckels ist offizieller Start der Sanierungsphase IV, in der die 114‘000 Tonnen Sonderabfälle in vier Jahren mit einem halb-automatischen Kran-Greifer-System ausgehoben werden. Die Medien, aber auch die Vertreter der Behörden nutzten die Möglichkeit, ein letztes Mal durch die Aushub-, die Vorbereitungs- und die Bodenhalle geführt zu werden. Wenn erst die Schwarzzone eingerichtet und mit dem Aushub begonnen ist, werden nur noch besonders ausgebildete Arbeiter in spezieller Schutzausrüstung Zutritt haben.

Am 6. April 2010 beginnt die bci Betriebs-AG die Pilotphase für die Sanierung der Sondermülldeponie Bonfol. Im März hat die bci Betriebs-AG gemeinsam mit den von ihr beauftragten Sanierungspartnern, den Konsortien Groupement DIB (Aushub) und HIM GmbH (Vorbereitung, Transport und Verbrennung der Abfälle) bereits erfolgreich Funktionstests der einzelnen Anlagen durchgeführt: Bei diesen sogenannten Trockentests wurden alle Sicherheitsvorkehrungen, Installationen und Geräte auf ihre Funktions¬fähigkeit geprüft, ohne dabei tatsächlich Abfälle zu bewegen.

Die jurassischen Behörden stehen kurz vor dem Ende der technischen Abnahmen für Arbeitsabläufe und Installationen gemäss der vereinbarten Anforderungen. In wenigen Tagen werden die kantonalen Ämter endgültig das grüne Licht für die Sanierung geben. Die notwendigen Betriebsbewilligungen werden alsbald erteilt werden. Als Aufsichtsbehörden werden sie die dreimonatige Pilotphase verfolgen und regelmässig vor Ort Audits durchführen. Die bci Betriebs-AG und ihre Partnerfirmen, Ingenieure, Baufachleute, wissenschaftliche Berater, Sicherheits- und Umweltexperten prüfen während der Pilotphase ohne Zeit- und Mengendruck, ob alle Einrichtungen, Prozesse und Sicherheitsvorkehrungen für die Deponiesanierung optimal abgestimmt sind. Die ersten Tonnen Abfälle werden vom südlichen Deponieteil in der geschlossenen Aushubhalle ausgehoben. Insgesamt werden bis zu zwölf Fachleute vom Betriebsleiter bis zum Kranführer fünf Tage pro Woche vor Ort im Einsatz sein – teilweise im Schichtbetrieb.

„Die Anstrengungen der vergangenen Jahre zahlen sich aus. Wir starten die dreimonatige Pilotphase für den Aushub der Abfälle aus der Sondermülldeponie Bonfol plangemäss. Von April bis Ende Juni prüfen wir alle Einrichtungen und Abläufe aufs gründlichste und nehmen wenn nötig letzte Anpassungen vor“, sagt Rémi Luttenbacher, Leiter
Gesamtprojekt bei der bci Betriebs-AG. „Der Schutz von Mensch und Umwelt hat für uns während der ganzen Sanierung höchste Priorität. Wir haben deshalb weitreichende Sicherheitsmassnahmen ergriffen. Alle Mitarbeitenden der unterschiedlichen Unternehmen erhielten fundierte Schulungen, die sie auf ihre spezifischen Aufgaben und Sicherheitsbelange vorbereitet.“

Experten überwachen im Auftrag der bci Betriebs-AG laufend Luftqualität und nehmen am Auslauf der Abwasserreinigungsanlage (ARA) der Deponie zahlreiche Wasserproben. Parallel dazu wird das über die Jahre entwickelte Überwachungsprogramm für Grund- und Oberflächenwasser weitergeführt.

Erst wenn Installationen, Maschinen und Sicherheitsvorkehrungen absolut einwandfrei funktionieren, beginnt die bci Betriebs-AG ab Sommer 2010 mit dem Aushub grosser Mengen. Nach Abschluss der Pilotphase sollen täglich eindrucksvolle 160 Tonnen Abfall ausgehoben werden. Insgesamt wird der gesamte Deponieinhalt, rund 114'000 Tonnen Abfälle, in vier Jahren entfernt werden. Transportloren bringen die Abfälle von der Aushub- zur Vorbereitungshalle. Jede Abfallcharge wird beprobt, im nahen Labor untersucht und falls nötig stabilisiert. In Spezialcontainer abgefüllt, gelangen die Abfälle über eine Dekontaminierungsschleuse ins Freilager. Die Container sind wasser- und geruchsdicht und haben in vielfachen Tests ihre massive Belastbarkeit unter Beweis gestellt. „Die Stahlcontainer wurden speziell für den Transport der Sonderabfälle aus Bonfol konzipiert. So können wir sicherstellen, dass die darin verladenen Abfälle keine Gefahr darstellen“, erklärt Rémi Luttenbacher.

Für gut zwei Tage bleiben die gefüllten Container im Freilager auf dem Gelände in Bonfol, bevor sie auf Bahnwagen verladen werden, um via Porrentruy und Basel in Sonderabfallverbrennungsanlagen nach Deutschland und Belgien gefahren zu werden. Der Transport per Bahn und die Logistik wird während der Pilotphase ebenfalls getestet.

„Nach rund zehn Jahren vorbereitenden Arbeiten werden wir im April erstmals den Deponieinhalt berühren“, erklärt Michael Fischer, Geschäftsführer bci Betriebs-AG, während der Medienkonferenz: „Doch wir wissen, dass wir mit unseren Partnerunternehmen, Beratern, Behörden und Einsatzkräften alles Menschenmögliche unternommen haben, um die Sicherheit von Mensch und Umwelt während der Sanierung zu gewährleisten. Ich bin sicher, wir werden mit der nachhaltigen, sicheren Sanierung der Deponie Bonfol echte Pionierarbeit leisten.“

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Für weitere Informationen:
bci Betriebs-AG • Bernhard Scharvogel • Leiter Kommunikation
T + 41 61 685 15 06 • F + 41 61 636 60 95 • info@bci-info.ch

République et Canton du Jura • Laurent Schaffter • Ministre de l'environnement et de l'équipement
T +41 32 420 53 03

Die bci Betriebs-AG ist für die Planung und Umsetzung der definitiven Sanierung der Sondermülldeponie Bonfol verantwortlich. Die bci Betriebs-AG handelt im Auftrag der Unternehmen der Basler Chemischen Industrie (BCI).

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